Mein Resümee zu “Fridays for Future” in Bingen.

Es war für mich und alle weiteren Mitorganisatorinnen und -organisatoren einfach unglaublich! Wir haben diese Demonstration für gerade mal 50(!) Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet, mit deutlich mehr haben wir tatsächlich nicht gerechnet. Doch durch unsere Arbeit “vor Ort”, in den Schulen und Klassengruppen, haben wir insgesamt etwa 580 Menschen mobilisieren können.

Genau so groß, wie die Überraschung, dass so viele junge Menschen zu unserer Demonstration kommen, war auch die Motivation! Um 09:20, 40 Minuten vor offiziellem Beginn, zählten wir auf dem Speisemarkt schon 30 Leute, von Minute zu Minute wurden es immer mehr. Während des Demozuges berichtete unsere Zählkommision von 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, doch fertig waren sie noch nicht. Voller Euphorie verkündete ich die frohe Kunde über Megaphon, wir waren verdammt Stolz “sowas” auf die Beine gestellt zu haben! Die Schülerinnen und Schüler feierten sich darauf, und zwar völlig zu Recht!

Außerdem waren Pressevertreterinnen und -Vertreter des SWR, der Allgemeinen Zeitung und der Schülerzeitung des Stefan-George-Gymnasiums vor Ort, um über unsere Aktion zu berichten.

Die Schulen waren unterschiedlicher Meinung.

Wir trafen außerdem einige “Sicherheitsvorkehrungen”, um den Schülerinnen und Schülern die Fehlstunden entschuldigen zu lassen, für die Teilnahme der Demo. Wir besuchten Wochen vorher die ansässigen Schulen in Bingen. Das Endergebnis war, dass die Schülerinnen und Schüler des SGG ihre Fehlstunden bis Montag wirksam entschuldigen lassen können.

Über die Realschule plus am Scharlachberg und die Rochus-Realschule liegen uns keine Informationen vor, doch die Vertrauenlehrer beider Schulen sicherten uns zum Zeitpunkt des Gesprächs ihre Unterstützung zu. Die Hildegardisschule war nicht zu einem kurzen klärenden Gespräch bereit, man verwies uns darauf, dass wir einen Termin benötigen. Desweiteren berichteten uns Schülerinnen, dass die Schulleitung die “Fridays for Future”-Aktion nicht gut heißt. Diesen Umgang mit einem durchaus wichtigen Thema finde ich sehr schade, was die Schülerinnen der “Higa” nicht daran hinderte uns zu Unterstützen – super!

Während meines “Warm-ups” um 10:00 Uhr merkte ich direkt: Die Meute hat Bock! Bock zu Kämpfen und ihre Meinung über das Klimaziel, Atom- und Kohlekraft, Fracking und weitere umweltschädliche Lebensweisen kund zu tun. Mit Sprüche wie: “Es gibt kein Recht auf Kohlebaggerfahren!” und der kleinen Sporteinheit “Wer nicht hüpft, der ist für Kohle – Hey, hey!” wurde auch der letzte hellwach und kämpferisch. Doch auch klare Worte bei meiner Abschlussrede waren mir wichtig: “Was bringt es uns, heute in die Schule zu gehen, wenn wir morgen vielleicht schon durch Klimawandel und Umweltkatastrophen nicht mehr sind. Da sage ich ganz klar; Lieber sterbe ich dumm, dafür aber erst in 80 Jahren, statt hoch gebildet die kommende Woche vielleicht nicht überleben zu können, weil Menschen, die die Folgen nicht mehr ausbaden müssen, uns diese einbrocken!”

Uns wurde klar, es wird nicht das letzte mal sein, dass wir auch in Bingen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern für Klima- und Umweltschutz kämpfen!

Anmerkung: “Fridays for Future” positioniert sich klar Unparteiisch, diese Aktion begleite ich aus persönlichem Interesse, nicht aus Interesse der Partei DIE LINKE.

Bericht der Allgemeinen Zeitung Bingen: „Fridays for Future“-Demonstrationen in Bingen angekommen


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